Aus- Fort- und Weiterbildung im Schornsteinfegerhandwerk

17. Oktober 2017

Was lernen Auszubildende? Die Ausbildung zum Schornsteinfeger/ Schornsteinfegerin wird nach der Ausbildungsordnung durchgeführt, sie dauert drei Jahre.

Schwerpunkte sind neben dem Erlernen von Tätigkeiten zur direkten Brandverhütung wie:

Kehren von Schornsteinen und Rauchrohren, Feststellen von Mängeln an Feuerstätten und Schornsteinen.

Messen und Prüfen von Feuerstätten auf Schadstoffe, Abgasaustritt und Verbrennungsqualität.

Feststellen von Daten und Werten an Feuerstätten die wichtig für den Umweltschutz und der Energieeinsparung sind.

Der Weg zum Auszubildenden im Schornsteinfegerhandwerk

Der Beruf des Schornsteinfegers ist ein zukunftsorientierter, innovativer Beruf in den Tätigkeitsfeldern

– vorbeugender Brandschutz,

– Betriebs- und Brandsicherheit von Feuerungs- und Lüftungsanlagen,

– Umweltschutz und Energieeinsparung,

– neutrale und unabhängige Beratung,

– auf der Rechtsgrundlage des Schornsteinfegergesetzes,

Das Schornsteinfegerhandwerk unterliegt hohen Qualitäts- und Umweltstandards der Dienstleistungen, was dem Qualitäts- und Umweltmanagementsystem auf Grundlage der Normen DIN EN ISO 9001/14001 unterliegt. Der gehobene Anspruch, den der Beruf des Schornsteinfegers an einen Bewerber stellt, hebt sich deutlich von anderen Gewerken ab. Gutes, fundamentales Wissen bzw. Schulkenntnisse in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Deutsch, sowie körperliche Fitness, Kontaktfreudigkeit und Ehrlichkeit, sind der Grundstein zum Berufseinstieg. Im Schornsteinfegerhandwerk stehen Ausbildungsplätze nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Deshalb wird vor Abschluss eines Lehrvertrages ein spezieller Eignungstest für Schornsteinfeger durchgeführt. Bewerber, die sich schon bei einem Ausbildungsbetrieb beworben haben, werden obligatorisch zum Eignungstest angemeldet. Interessenten die den Beruf erlernen möchten, können sich auch selbst bei der Schornsteinfegerinnung in ihrem Regierungsbezirk bewerben. Dazu genügt es ein normales Bewerbungsschreiben an die jeweilige Innung zu schicken.

Aus- und Weiterbildung

Neue Heiz- und Lüftungstechnologien, neue Mess- und Prüftechniken und neue Methoden der Datenverarbeitung erfordern einen schnellen Technologietransfer in die Betriebe. Der Bundesverband erreicht über die Landesinnungsverbände und die Innungen jeden Schornsteinfegerbetrieb. Neue Techniken werden sofort in die Aus- und Weiterbildung einbezogen. Lehrling, Mitarbeiter und Bez.- Schornsteinfegermeister sind so ständig up to date. Die Schulungsbeteiligung liegt bei fast 100 %, denn im Schornsteinfegerhandwerk sind fast alle Betriebe in den Innungen organisiert. In der Ausbildung werden die Lehrlinge an etwa 60 Tagen im Jahr theoretisch geschult und an 15 Tagen praktisch und überbetrieblich unterwiesen. Die Mitarbeiter habe Gelegenheit an Schulungen über Neue Techniken der Innungen teilzunehmen. Fortbildungskurse zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung und auf die Selbständigkeit runden die Gesellenweiterbildung ab. Die Betriebsinhaber werden in den neuen Techniken und der Betriebsführung „geupdatet“. Die Schulungen werden zentral für die Aus- und Weiterbildung der Unterweiser durch den Bundesverband und dezentral an Schulungsstätten der 16 Länder oder der lnnungen durchgeführt. Eine gute Aus- Fort- und Weiterbildung in Verbindung mit dem Qualitäts- und Umweltmanagement sichern den Kunden gute Leistungen der Schornsteinfeger.

Schornsteinfeger als Glücksbringer

Der Berufsstand des Schornsteinfegers entwickelte sich im Mittelalter. Seine Aufgabe bestand damals darin, den Ruß aus den Schornsteinen, Kaminen, Essen oder Rauchfängen zu entfernen, damit er sich nicht entzünden konnte.

So leistete der Schornsteinfeger einen wirksamen Beitrag im Kampf gegen die verheerenden Brände, die oft aufgrund von Rußansammlungen in Schornsteinen und deren Entzündung ausbrachen. Ganze Städte wurden in Schutt und Asche gelegt. Weil er die Feuersbrünste fernhielt, galt der Schornsteinfeger von Alters her als Glücksbringer.

Eine wesentliche Änderung erfuhr das Berufsbild des Schornsteinfegers vor etwa 30 Jahren, als Öl- und Gasheizungen die bis dahin dominierende Kohle als Brennstoff ersetzten. Das Reinigen von Schornsteinen spielte in der Folgezeit eine immer geringere Rolle. Zunehmend hatte sich der Schornsteinfeger um die Kontrolle von Feuerungsanlagen zu kümmern. Ölheizungen ließen sich bis auf Grenzwerte einstellen, die um 1969, ausgehend von Nordrhein-Westfalen, bald in allen Bundesländern in Immissionsschutzverordnungen eingeführt wurden. In späteren Bestimmungen wurde auch die Energieeinsparung staatlich vorgeschrieben und Erdgas als Brennstoff einbezogen.

Die Überwachung wurde den Schornsteinfegern übertragen, die sich durch Sach- und Fachkenntnis und der neutralen Stellung am Markt auszeichnen.